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 Singalila Trek im April 2010 - Manybhanjang nach Rimbik « Vorheriges Thema anzeigen :: Nächstes Thema anzeigen » 
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franc
BeitragVerfasst am: 12.04.2010 15:54:59    Titel: Singalila Trek im April 2010 - Manybhanjang nach Rimbik



Anmeldungsdatum: 31.03.2010
Beiträge: 3

Hallo, ich will hier mal meine Erfahrungen und ein paar aktuelle Informationen zum Singalila Trek erzählen, vielleicht ist das für jemand nützlich.
Wir sind den Trek zu zweit (später zu viert) von Manybhanjang nach Rimbik in 5 Tagen gelaufen.
Es war eine schöne und leichte Wanderung.

Vorbereitungen:
Wenn man im Long Island Hotel, Darjeeling, eincheckt, kann man sich dort zum Selbstkostenpreis einen Guide vermitteln lassen. Das Hotel ist in Darjeeling ganz oben ca. 100 m hinter der riesigen Satelittenschüssel die Strasse wieder runter, rechts dann die Treppen hoch. Adresse: 11/A/2, Der. Zakir Hussain Road, Rockvill Dham (near T.V. tower). GPS-Pos.: 27.039125, 88.2677.
Der Besitzer ist sehr uneigennützig und hilfsbereit. Er gibt sehr gute Tipps (Touren, Geldwechsel, Tee u.a.), dank ihm sind wir nicht einer superteuren Tee-"Apotheke" auf den Leim gegangen Smile
Das Hotel ist OK, wir hatten zu zweit ein großes 3er Zimmer für 300 Rupien.
Das Restaurant dort war durchschnittlich, für das Frühstück eher zu empfehlen das Glenary's.

Für den Trek auf jeden Fall warme Kleidung mitnehmen also Jacke und warmen Pulli! Auch Regenzeug ist nötig, auch wenn wir Glück hatten und es keinmal geregnet hatte. Empfehlenswert auch ein wamer Schlafsack, obwohl es in den Lodges immer warme Decken gibt. Aber die hatten wir obendrein gebraucht und teilweise als Unterlage auf die harten "Matrazen".
Ein bißchen Wasser mitnehmen und vielleicht ein paar Kekse sind nützlich, aber entbehrlich, da es immer wieder kleine Restaurants gibt, wo man das Nötigste kriegt.
Schuhwerk: Turnschuhe OK, auch Sandalen wären ausreichend.

Unser Guide hieß Bishal, war sehr nett, konnte einigermassen englisch und war sehr zuverlässig.
Pro Tag kostet ein Guide 500 Rupien, über Mittelsmänner oder Agenturen durchaus mehr.
Man kann auch einfach mit dem Jeep nach Manibanjang fahren und sich dort einen suchen, es gebe ca. 60 Guides dort, die natürlich nie alle gleichzeitig unterwegs sind.
Der Guide muss von den 500 Rs 50 Rs an die dortige Guide-association abgeben, die dann außerhalb der Saison aushilft. Außerdem muss er all seine Kosten auf dem Trek selbst tragen, was aber vermutlich durch mehr oder weniger direkte Provisionierung bei der Auswahl der Lodges entfällt. Evtl. sollte man den Guide vor jeder Einkehr in eine Lodge fragen, was das dort kostet und nötigenfalls eine andere wählen, weil der Guide vermutlich nicht die für den Gast günstigste Lodge aussucht.
Der Guide ist angeblich Pflicht, zumindest sagt das jeder, vor allem die Guides selbst Smile aber wir haben zwischen Phalut und Gorky einen Deutschen getroffen, der von Rimbik aus allein loslief und dort wohl anstandslos seine National Park Eintrittskarte bekommen hatte. Ob er es aber ohne Guide ganz durch geschafft hatte weiß ich nicht. Es gibt einige Grenzposten, wo jedesmal der Pass eintragen wird, vielleicht ist der Guide dort aber nie von Bedeutung. Nützlich ist er allemal und ja auch nicht teuer.

Bishal Sherpas Tel.: +919563486467 oder +919002775889
E-Mail: bishalsherpa54@yahoo.com

Man kann übrigens, entgegen aller anderslautenden Gerüchte, auch als Tourist mit dem Jeep bis nach Sandakphu fahren, das kostet für den ganzen Jeep 4500.- was man sich natürlich teilen kann.
Die Jeepstrasse geht sogar bis Phalut, ist aber nicht sehr gut und laufen ist natürlich viel besser Smile


Auf dem gesamten Trek gibt es nur selten Mobilfunkverbindung und in den Hütten keinen Strom (nur auf Sandakphu einmal Generatorstrom).
Wer darauf angewiesen ist, nehme sich daher genügend Ersatzakkus mit (z.B. für Kamera) bzw. frage den Guide, wo Empfang ist.

1. Tag
03.04.2010 9:00
Jeep von Darjeeling nach Manybhanjang (100.- pP), ca. 1.5 Stunden, der Jeep fährt auf der Hauptstr. In Darjeeling ab, wo die anderen auch abfahren.
Start in Manybhanjang gegen 11:00 nach erstmaligem Passeintrag in einer Check Post Hütte.
Erst ziemlich bergan, dann hügelig aber insgesamt eine leichte Tour.
Nachmittagspause in einer Teestube dann Übernachtung in Tumling im Siddharta Guest House. Zu empfehlen.
Double Room att. Bathroom 400.-
Dinner: 100.-
Breakfast (Tibetian Bread, sehr gut dort!) 50.-
Hier im Ort kriegt man auch eine sog. Tomba, das ist ein leicht alk. Getränk mit aufgeschwemmter Gerste, das man mit einem Bambusstrohhalm trinkt und das mehrmals aufgegossen wird. Es schmeckt etwas säuerlich aber nicht schlecht. Unbedingt probieren!

2. Tag
04.04.2010
Früh aufstehen um 5:00 mit Sonnenaufgang mit erstem und beeindruckendem Kangchenjungablick. Los schon gegen 8.15.
Nach kurzer Zeit kommt der Check Post für den Eingang in den Singalila Nationalpark. Hier wird der Pass eingetragen und Eintritt kassiert:
150.- pP
Kamera (nicht Handy) 50.-
Für den Guide ist der Eintritt kostenlos, für Inder billiger.
Lunch in Kalapokhari.
Nachmittags zieht es gerne zu, auch wenn es morgens noch sonnig war.
Diese Tour war die längste der 5 Tage.
Übernachtung in Sandakphu im Nomo Buddha (500.- für Double mit "Bad", teuer!).
Hier würde ich das nächste mal ein anderes Guest House wählen. Das Nomo Buddha war nachts eiskalt, weil es überhaupt nicht dicht ist und durch die Ritzen extrem zieht.
Dort oben ist es etwas über Null gewesen und wir haben trotz aller Kleider noch gefroren. Auch war es teuer, das Doppelzimmer kostete 500.- und war wie erwähnt eiskalt.
Immerhin lief ein Generator und wir konnten die Akkus laden.

3. Tag
05.04.2010
6:00 aufstehen und von einem unmittelbar neben der Lodge gelegenen Aussichtspunkt aus konnten wir bei klarem Himmel den Tsamlung, Mount Everest (Sagarmatha), Makalu und Lhotse sehen sowie noch besser als am Vortag den Kangchenjunga.
Eine eindrucksvolle Kulisse.
Start um 8:00 Uhr, zunächst immer wieder phantastischen Blick auf die Himalayriesen.
Lunchpack (Toast und Eier) mitgenommen, weil evtl. keine Lunchhütte offen.
Nach 14 km dann doch eine offene Tee- und Suppenhütte und Lunchpause.
Nach 21 km schließlich Phalut, ähnlich hoch wie Sandakphu aber nicht so kalt.
Einkehr dort in der gerade im Ausbau befindlichen Guest House Hütte (75.- pP im 4er Zimmer). Etwas unterhalb gibt es noch eine Forsthütte, die wohl auch beherbergt.

4. Tag
06.04.2010
6:00 kleiner Marsch auf den anliegenden Hügel mit dort allerdings schlechter Sicht auf die Berge wg. diesiger Sicht.
9:00 Start nach Gorkhy, hauptsächlich Abstieg, leichte und kurze Tour durch schöne Bambuswälder.
14:00 Ankunft dort im Eden Guest House (350.- für ein 4er Zimmer) und Baden im Fluss.
Schöner und friedlicher Ort, viel wärmer nun.

5. Tag
07.04.2010
9:00 los durch schönes Hügelland, auf und ab, aber nicht besonders anstrengend. Mittagspause zum Lunch ins Goparma Rest (Lodge) in Shri Kola mit sagenhaftem Ausblick runter ins Flusstal.
Der letzte Teil dann, die 7 km nach Rimbik fand ich den schönsten Abschnitt.
Man läuft oberhalb eines riesigen Flusstals entlang und blickt auf die gegenüberliegenden, mächtigen, in sich verzahnten Hügelflanken, mit kleinen bebauten Terassen bestückt, die an chinesische Landschaftsmalerei erinnern.
Gegen 17:00 dann in Rimbik, wo einen in einem geschäftigen Dorf wieder normale indische Infrastruktur erwartet.
Wir übernachteten in der recht teuren Sherpa Lodge (100.- pP im sonst völlig leeren Dorm). Hier wurde spätestens klar, dass die Guides für die "Vermittlung" von Gästen dort dann mindestens umsonst unterkommen, weil unsere Guides (mittlerweile zwei, da wir mit einem anderen Pärchen wanderten) in einem viel teureren Doppelzimmer schliefen, was sie sich sonst nie geleistet hätten.
Ist aber ja völlig OK.
In Rimbik fahren dorfmittig Jeeps nach u.a. Darjeeling:
6:30 und 12:00 für 90.- vier Stunden langsame und holprige Fahrt im engbesetzten Jeep aber bei schöner Aussicht.

Ich habe jeden Tag getrackt (mit GPSLogger und Blackberry 8900) und werde die Tracks noch anhängen, wenn ich wieder zuhause bin.

EDIT: Was die Führerpflicht betrifft, scheint es die tatsächlich nur als Gerücht zu geben. Der Deutsche den wir trafen (Oliver Jaeckel aus Berlin), konnte anstandslos durchlaufen und bekam sogar, da er nicht die von den Führern bevorzugten Jeepstrassen lief, sondern auch mal alte Fusswege, deutlich mehr von der Tierwelt mit (Geier, roter Panda u.a.).
Er meinte, man fände den Weg schon relativ einfach selbst, wenn man ein Gespür dafür habe.
Daher ist ein Guide wohl eher abzulehnen, wenn man selbst zurecht kommt, weil der nur auf der einfachsten Strecke durchtrampelt und man somit weniger vom Naturpark mitkriegt.

Hier die Tracks:

https://docs.google.com/uc?id=0B7QYRZj42zQONzhkZWY0NzAtNWRlYS00MWRkLTkzODctZDU0Y2VmOGMyYzNl&export=download&hl=de
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